Nahsicht. Käthe Kollwitz - Heinrich Zille

21. Februar bis 9. Mai 2010

 

 

Erstmalig treffen das zeichnerische Frühwerk von  Käthe Kollwitz (1867-1945) und die selten gezeigten Fotografien Heinrich Zilles (1858-1929) aufeinander. Das Paula Modersohn-Becker Museum eröffnet mit der Ausstellung Nahsicht eine einmalige Perspektive auf die sich wandelnde Gesellschaft in Berlin um 1900. Im Mittelpunkt steht stets der Mensch. Vor allem Heinrich Zilles bislang selten gezeigte Fotografien verleihen der Ausstellung einen reportageähnlichen Charakter. Im Dialog dazu stehen Meisterzeichnungen von Käthe Kollwitz, in denen einzelne Personen - oft auch die Künstlerin selbst - Aspekte ihres Lebens preisgeben.
Rund 120 Exponate zeigen Nahsicht in doppeltem Sinn: Sie präsentieren einen subjektiven, ungeschönten Blick auf das Großstadtleben der Jahrhundertwende, abseits des Schönen und aus der unmittelbaren Umgebung beider Künstler. Zille, der mit der Kamera durch Berlin flanierte, nutzte seine Fotos als Studien für seine berühmten Karikaturen und Zeichnungen. Die Arbeiten von Käthe Kollwitz sind frühe Skizzen und Studien der Künstlerin. Diese sehr privaten Werke lassen ein persönliches Bild der wachsenden Metropole zwischen 1900 und 1920 entstehen. Über das Dokumentarische hinaus fangen beide Künstler die Wirklichkeit abseits aller formalen oder motivischen Konventionen mit einem höchst sinnlichen Blick ein.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 192 Seiten und 145 Abbildungen, herausgegeben von Andrea Firmenich, Martina Padberg und Rainer Stamm.

 

In Zusammenarbeit mit dem Sinclair-Haus in Bad Homburg

 

Noble Gäste. Meisterwerke aus der Kunsthalle Bremen

bis 31.12.2010

 

Die Kunstsammlungen Böttcherstraße beherbergen bis zum Ende des Umbaus der Kunsthalle Bremen 38 Werke, die sich perfekt in die eigenen Sammlungsbestände einfügen.

35 Bilder von Paula Modersohn-Becker ergänzen die Dauerausstellung in dem Museum, das der Malerin gewidmet ist. Nach den großen Sonderausstellungen zum 100. Todestag von Paula Modersohn-Becker in beiden Häusern, die das Werk der Künstlerin unter vergleichenden kunsthistorischen Aspekten beleuchtet haben, lassen sich ihre Arbeiten nun in der direkten Gegenüberstellung monographisch betrachten. Selbstbildnisse, Stillleben, Porträts und Landschaften aus allen Schaffensphasen zeigen die stilistische Entwicklung der Künstlerin. So bietet sich die einmalige Gelegenheit, allein 5 Selbstporträts nebeneinander zu sehen. So hängen erstmals die bekannten Werke Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris (1905) aus der Kunsthalle und Selbstbildnis am sechsten Hochzeitstag (1906) aus dem Paula Modersohn-Becker Museum zusammen.

Darüber hinaus sind drei Gemälde aus der Kunsthalle Bremen von Lucas Cranach d. Ä. zu Gast in der Böttcherstraße. Der Bestand des Museums im Roselius-Haus, zu dem die Reformatoren-Gemälde und der Schmerzensmann gehören, wird so um zwei wichtige Motive Cranachs erweitert: die Heilige Dreifaltigkeit und die Quellnymphe. Letztere verbildlicht ein beliebtes Thema der Zeit nach 1500 und zeigt, dass Lucas Cranach sich nicht nur sakralen, sondern auch humanistischen Bildthemen widmete.