Neuerwerbungen 2000–2010

20. Mai bis 11. Juli 2010


Zu sehen ist ein Überblick über die bedeutendsten Zugänge der Sammlungen aus den letzten zehn Jahren - von Werken des Mittelalters über Gemälde Paula Modersohn-Beckers, Plastiken und Druckgraphik Bernhard Hoetgers, Kunstgewerbe der 7-Faulen-Werkstätten und Archivalien bis hin zu der für das Paula Modersohn-Becker Museum geschaffenen raumgreifenden Installation von Jenny Holzer.

 

Nahsicht. Käthe Kollwitz - Heinrich Zille

21. Februar bis 9. Mai 2010

 

Erstmalig trafen das zeichnerische Frühwerk von  Käthe Kollwitz (1867–1945) und die selten gezeigten Fotografien Heinrich Zilles (1858–1929) aufeinander. Das Paula Modersohn-Becker Museum eröffnete mit der Ausstellung Nahsicht eine einmalige Perspektive auf die sich wandelnde Gesellschaft in Berlin um 1900. Im Mittelpunkt steht stets der Mensch. Vor allem Heinrich Zilles bislang selten gezeigte Fotografien verliehen der Ausstellung einen reportageähnlichen Charakter. Im Dialog dazu standen Meisterzeichnungen von Käthe Kollwitz, in denen einzelne Personen – oft auch die Künstlerin selbst – Aspekte ihres Lebens preisgeben.
Rund 120 Exponate zeigten Nahsicht in doppeltem Sinn: Sie präsentierten einen subjektiven, ungeschönten Blick auf das Großstadtleben der Jahrhundertwende, abseits des Schönen und aus der unmittelbaren Umgebung beider Künstler. Zille, der mit der Kamera durch Berlin flanierte, nutzte seine Fotos als Studien für seine berühmten Karikaturen und Zeichnungen. Die Arbeiten von Käthe Kollwitz sind frühe Skizzen und Studien der Künstlerin. Diese sehr privaten Werke lassen ein persönliches Bild der wachsenden Metropole zwischen 1900 und 1920 entstehen. Über das Dokumentarische hinaus fangen beide Künstler die Wirklichkeit abseits aller formalen oder motivischen Konventionen mit einem höchst sinnlichen Blick ein.

 

Der Katalog zur Ausstellung mit 192 Seiten und 145 Abbildungen, herausgegeben von Andrea Firmenich, Martina Padberg und Rainer Stamm, ist weiterhin über den Museumsshop zu beziehen.

 

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Sinclair-Haus in Bad Homburg.

Farbwelten. Von Monet bis Yves Klein

25. Oktober 2009 bis 24. Januar 2010

 

Die Sammlung internationaler Spitzenwerke der Moderne aus den Kunstmuseen Krefeld geht auf Reisen. Erstmalig besuchen 55 ausgewählte Gemälde und Skulpturen das Paula Modersohn-Becker Museum.
Ein Rundgang durch die Ausstellung gleicht einem Streifzug durch acht Jahrzehnte Kunstgeschichte: Angefangen mit Hauptwerken des Impressionismus reicht das Spektrum über den Expressionismus bis zur Abstrakten Kunst.

Die gezeigten Werke markieren die Emanzipation der Farbe in der Malerei: von Claude Monets impressionistischer Farblandschaft an der Themse, über die kraftvollen Farben der Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff oder Heinrich Campendonk bis zur Autonomie der Farbe in den Werken von Piet Mondrian und Yves Klein. Konsequenterweise bilden drei monochrom weiße Bilder von Piero Manzoni, Antoni Tàpies und Lucio Fontana den Schlussakkord der Ausstellung.

Den Grundstein der beeindruckenden Krefelder Sammlung legte vor über 100 Jahren der erste Direktor des Kaiser Wilhelm Museums Friedrich Deneken. Seit seinem Amtsantritt 1897 führte er die Sammlung konsequent und behutsam in die Moderne: Parallel zu Hugo von Tschudi in Berlin, Karl Ernst Osthaus in Hagen und Gustav Pauli in Bremen erwarb er Werke des Impressionismus für sein Museum. Wie seine Kollegen in Berlin und Bremen löste auch Deneken mit seinen Ankäufen modernster französischer Werke einen Skandal aus. Auf Beschluss der Stadtverordneten wurde er 1909 gezwungen, künftig auf Ankäufe und Ausstellungen „fremdländischer und moderner Bilder" zu verzichten.
Doch die Begeisterung für die Moderne hielt an: Seine Nachfolger im Amt, Max Creutz und Paul Wember, setzten in den zwanziger und fünfziger Jahren die avantgardistische Ankaufspolitik fort und erwarben Werke der expressionistischen und ungegenständlichen Kunst. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Kurs weiterverfolgt: Bereits 1958 kaufte das Museum ein monochromes Bild von Yves Klein und gehört damit zu einem der ersten, das seine Arbeiten ausstellte. Dies trifft ebenso auf viele andere Künstler der Avantgarde zu, deren Werke in Krefeld zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Die einzigartige Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum ist möglich, weil das Kaiser Wilhelm Museum wegen Renovierung seine Sammlung auslagern muss. Gemeinsam mit den Kunstmuseen Krefeld haben die Kunstsammlungen Böttcherstraße diese Ausstellung entwickelt.

 

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit ganzseitigen Farbtafeln aller gezeigten Werke.

 

 

 

Overbecks und Modersohns. Zwei Künstlerpaare

6. Juni bis 20. September 2009

Verlängert bis 11. Oktober!

 

„Nun kommt der Overbeck. Ihn habe ich versucht, fühlend zu sehen. Ich habe ihn aber nicht richtig fassen können. Seine Landschaften sind tollkühn in der Farbe, doch haben sie nicht das Modersohnsche Empfinden." So beschreibt Paula Modersohn-Becker 1897 kurz nach ihrer Ankunft in Worpswede ihren ersten Eindruck von Fritz Overbeck. ..mehr

 

Lucas Cranach in Bremen

 

17. Mai bis 23. August 2009

 

Zum ersten Mal werden in der Ausstellung sämtliche Gemälde von Lucas Cranach aus der Kunsthalle Bremen, dem Dom-Museum und dem Museum im Roselius-Haus in der Böttcherstraße vereint.
Die Werke zeigen anschaulich den Erfolg der Werkstatt des Malers in Wittenberg. Hier entstanden neben den bekannten Porträts der Reformatoren Luther und Melanchthon auch traditionelle sakrale Motive und sinnliche Akt-Darstellungen nach antiken Vorbildern. ..mehr

 

Elfriede Lohse-Wächtler
1. März bis 3. Mai 2009

Elfriede Lohse-Wächtler (1899–1940), wie Paula Modersohn-Becker in Dresden geboren, war eine virtuose Zeichnerin, die ihrer Zeit mit delikater Farbigkeit und schonungsloser Hingabe an die Realität den Spiegel vorhielt. ..mehr

Lissy
 

Ernst Ludwig Kirchner
»Farbige Druckgraphik«
7. Dezember 2008 bis 15. Februar 2009

Die Farbe als Spiegel der Seele: Ernst Ludwig Kirchner, Expressionist der ersten Stunde, verlieh seinen Gefühlen in Druckgraphiken von rauschhafter Farbigkeit Ausdruck – ob empfindsam zart oder radikal und ungestüm. Die farbige Druckgraphik nimmt im Werk Ernst Ludwig Kirchners (1880–1938) einen besonderen Stellenwert ein: ..mehr

 

Jeanne Mammen
»Nur ein paar Augen sein«
7. September bis 23. November 2008

Jeanne Mammen (1890–1976) hat den zwanziger Jahren ein unverwechselbares Gesicht gegeben. »Eigentlich habe ich mir immer nur gewünscht: nur ein Paar Augen sein, ungesehen durch die Welt gehen, nur die anderen sehen«, erinnerte sich die Berliner Zeichnerin in hohem Alter. ..mehr

Valeska Gert, vor 1929
 

Gertraud Herzger von Harlessem
6.7.–31.8.2008

Ähnlich wie bei Paula Modersohn-Becker steht in den Arbeiten von Gertraud Herzger von Harlessem die Darstellung des Menschen im Mittelpunkt – spielende Kinder, Menschen bei der Arbeit, Menschen in der Natur. ..mehr